Holz wird knapp: Warum Fichtenbestände für Waldbesitzer jetzt besonders interessant sind

Der deutsche Nadelholzmarkt steht vor einer ungewöhnlichen Situation: Es fehlt Holz.

Noch zum Ende des zweiten Quartals 2026 war mit einer Stabilisierung der Preise gerechnet worden. Doch die verfügbaren Marktdaten bis Juni zeigen ein anderes Bild. Der Preisanstieg beim Fichtensägerundholz hat sich zwar verlangsamt – er setzt sich aber weiter fort.

Der Grund dafür ist weniger eine plötzlich explodierende Nachfrage als vielmehr das knappe Angebot an verfügbarem Nadelholz.

Gleichzeitig steigen seit Ende 2024 auch die Preise für Nadelindustrieholz nahezu kontinuierlich. Bei Kiefer scheint dagegen der vorläufige Höhepunkt erreicht, während die Douglasie bereits wieder nachgibt.

Für Waldbesitzer im Siegerland, in Südwestfalen sowie im angrenzenden Hessen und Rheinland-Pfalz ergibt sich damit eine interessante Situation.

Die Gebrüder Daub, Forstbetrieb in fünfter Generation und selbst Waldbesitzer, sehen insbesondere bei der Fichte aktuell einen Markt, den Eigentümer genauer beobachten sollten.

Fichtenholz bleibt knapp – und damit begehrt

Die Entwicklung beim Fichtenrundholz ist bemerkenswert.

Nach den starken Preisbewegungen der vergangenen Monate wurde erwartet, dass sich der Markt zur Jahresmitte beruhigt. Andere Marktbeobachter gingen dagegen davon aus, dass die zunehmende Holzknappheit weitere Preissteigerungen auslösen könnte.

Bis einschließlich Juni hat sich eher die zweite Einschätzung bestätigt:

Die Preise für Fichtensägerundholz steigen weiter – wenn auch langsamer als zuvor.

Der entscheidende Faktor ist das begrenzte Angebot.

Das ist eine deutliche Veränderung gegenüber den Jahren der großen Kalamitäten.

Vom Überangebot zum knappen Rohstoff

Gerade im Siegerland ist dieser Wandel besonders interessant.

Während der großen Borkenkäferjahre mussten enorme Mengen Fichtenholz innerhalb kurzer Zeit aufgearbeitet werden.

Der Markt wurde mit Kalamitätsholz überschwemmt. Für Waldbesitzer bedeutete das teilweise schwierige Vermarktungsbedingungen und erheblichen Preisdruck.

Heute sieht die Situation anders aus.

Viele dieser Bestände existieren nicht mehr. Entsprechend fehlen zunehmend Holzmengen, die früher kontinuierlich aus diesen Wäldern auf den Markt kamen.

Gleichzeitig benötigen Sägewerke weiterhin Fichtenrundholz.

Aus einem zeitweisen Überangebot ist damit zunehmend ein knapper Rohstoffmarkt geworden.

Auch Nadelindustrieholz wird immer teurer

Besonders interessant ist, dass die Entwicklung nicht beim hochwertigen Sägerundholz endet.

Auch beim Nadelindustrieholz zeigt die Preiskurve seit Ende 2024 nahezu kontinuierlich nach oben.

Ein Grund dafür liegt wiederum in der angespannten Versorgungslage.

Wenn weniger Holz in Sägewerken eingeschnitten wird, entsteht gleichzeitig weniger Sägerestholz. Dieses Material wird jedoch von anderen Bereichen der Holzindustrie benötigt.

Hinzu kommt eine lebhafte Nachfrage aus dem Energieholzsektor.

Das sorgt dafür, dass auch geringere Holzqualitäten beziehungsweise Industriesortimente wirtschaftlich interessanter werden.

Für Waldbesitzer zählt der gesamte Baum

Das ist für Waldbesitzer eine wichtige Entwicklung.

Bei einer Holzernte fällt schließlich nicht ausschließlich hochwertiges Sägerundholz an.

Je nach Bestand entstehen verschiedene Sortimente:

  • hochwertiges Stammholz,
  • schwächere Dimensionen,
  • Industrieholz,
  • Energieholz,
  • Kronen- und Restholz.

Wenn mehrere dieser Sortimente gleichzeitig gut nachgefragt werden, kann sich das wirtschaftliche Ergebnis einer gesamten Maßnahme verbessern.

Nicht nur der Preis des besten Stammes entscheidet über die Wirtschaftlichkeit eines Einschlags. Entscheidend ist, wie sich möglichst der gesamte Holzanfall vermarkten lässt.

Kiefer scheint ihren Höhepunkt erreicht zu haben

Dass der Markt trotzdem differenziert betrachtet werden muss, zeigt die Kiefer.

Während die Preise bei Fichte weiter steigen, scheint bei der Kiefer der vorläufige Höhepunkt erreicht zu sein.

Damit bestätigt sich erneut:

Es gibt nicht „den Holzpreis“.

Jede Baumart und jedes Sortiment folgt einer eigenen Marktdynamik.

Genau deshalb sollten Waldbesitzer ihre Entscheidungen nicht aufgrund allgemeiner Schlagzeilen über steigende Holzpreise treffen.

Douglasie bereits wieder schwächer

Noch deutlicher wird das bei der Douglasie.

Hier befindet sich die Preisentwicklung bereits wieder in einer Abwärtsbewegung.

Als ein Grund für die schwächere Nachfrage wird die ausgebliebene Gartensaison genannt. Douglasienholz findet unter anderem Verwendung im Außenbereich und reagiert entsprechend auf Entwicklungen in diesen Absatzmärkten.

Für Waldbesitzer zeigt sich daran sehr gut, wie schnell sich Marktbedingungen verändern können.

Was heute besonders gefragt ist, muss es in einigen Monaten nicht mehr in gleicher Weise sein.

Laubholz wartet auf die neue Saison

Beim Laubstammholz ist das Bild zur Jahresmitte dagegen weniger eindeutig.

Der Juni liegt zwischen alter und neuer Vermarktungssaison. Entsprechend schwer lässt sich aus den aktuellen Bewegungen bereits eine klare Richtung ableiten.

Für die kommende Saison werden derzeit eher moderate Preisbewegungen erwartet.

Auch hier gilt deshalb: Baumart, Qualität und konkreter Abnehmer sind für die Vermarktung entscheidender als allgemeine Durchschnittswerte.

Schnittholz wird ebenfalls teurer

Die Entwicklung endet nicht am Waldweg.

Auch bei verschiedenen Holzprodukten steigen die Preise.

Nadel- und Buchenschnittholz bewegen sich langsam, aber kontinuierlich nach oben. Bei Produkten, die stärker vom Industrieholz abhängig sind, zeigen sich teilweise deutlichere Preisimpulse.

Das ist wichtig, weil sich daran erkennen lässt:

Die Knappheit zieht sich zunehmend durch Teile der gesamten Wertschöpfungskette.

Vom Rundholz über Industrieholz bis zu verarbeiteten Produkten bleibt Holz ein stark nachgefragter Rohstoff.

Was bedeutet das für Fichtenwaldbesitzer im Siegerland?

Gerade hier wird die aktuelle Marktlage für unsere Region interessant.

Das Siegerland und Südwestfalen waren traditionell stark von der Fichte geprägt. Der Borkenkäfer hat diese Struktur massiv verändert – aber es gibt weiterhin Fichtenbestände, die gepflegt, durchforstet oder planmäßig genutzt werden müssen.

Für deren Eigentümer kann die aktuelle Situation eine Chance sein.

Das bedeutet ausdrücklich nicht:

Hoher Preis = sofort einschlagen.

Sondern:

Steht ohnehin eine forstlich sinnvolle Maßnahme an, sollte geprüft werden, ob die aktuelle Marktsituation genutzt werden kann.

Wann sich ein Einschlag jetzt besonders lohnen kann

Interessant kann die Situation beispielsweise sein, wenn:

Dann können aktuell attraktive Marktbedingungen eine notwendige forstliche Maßnahme wirtschaftlich unterstützen.

Anders sieht es bei einem gesunden, stabilen Bestand ohne Handlungsbedarf aus.

Nur wegen steigender Preise sollte kein Baum gefällt werden.

Professionelle Sortierung wird jetzt besonders wichtig

Gerade in einem Markt mit unterschiedlichen Entwicklungen zwischen Fichte, Kiefer, Douglasie, Industrieholz und weiteren Sortimenten gewinnt professionelle Holzvermarktung an Bedeutung.

Denn ein Einschlag sollte nicht als ein großer Holzstapel betrachtet werden.

Schon bei der Aufarbeitung muss entschieden werden:

Welche Qualität liegt vor? Welche Länge wird benötigt? Welcher Durchmesser ist interessant? Welcher Abnehmer bezahlt welches Sortiment am besten?

Eine gute Sortierung kann deshalb unmittelbar Einfluss auf den Erlös eines Waldbesitzers haben.

Fünf Generationen Erfahrung mit Wald und Holzmarkt

Die Gebrüder Daub bewirtschaften seit über 100 Jahren eigene Waldflächen und arbeiten heute in der fünften Generation in der Forstwirtschaft.

Wir kennen deshalb die Situation eines Waldbesitzers aus eigener Erfahrung.

Ein hoher Holzpreis ist erfreulich.

Aber die entscheidende Frage lautet für uns immer:

Was ist für den Bestand forstlich richtig – und wie können wir diese Maßnahme anschließend wirtschaftlich bestmöglich umsetzen?

Genau deshalb verbinden wir:

  • Bestandsbeurteilung,
  • Waldpflege,
  • Durchforstung,
  • Holzernte,
  • professionelle Sortierung,
  • Holzvermarktung.

Fazit: Die Holzknappheit verändert den Markt

Der Rundholzmarkt 2026 zeigt, wie schnell sich die Verhältnisse verändern können.

Noch vor wenigen Jahren sorgten große Kalamitätsmengen für ein Überangebot an Fichtenholz.

Heute wird Nadelholz zunehmend knapp.

Die Folgen sind sichtbar:

Fichtensägerundholz wird weiter teurer. Nadelindustrieholz steigt seit Monaten. Kiefer scheint ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht zu haben. Douglasie gibt dagegen bereits nach.

Für Waldbesitzer ist das ein starkes Argument, den eigenen Bestand und die aktuelle Marktlage gemeinsam betrachten zu lassen.

Denn gerade jetzt kann es sich lohnen, eine ohnehin notwendige Durchforstung oder Holzernte mit einer attraktiven Vermarktung zu verbinden.

Die Gebrüder Daub unterstützen Waldbesitzer im Siegerland, in Südwestfalen sowie im angrenzenden Hessen und Rheinland-Pfalz von der Beurteilung des Bestandes bis zur professionellen Vermarktung.

FAQ: Rundholzmarkt und Holzpreise 2026

Warum wird Fichtenholz aktuell teurer?

Ein wesentlicher Faktor ist das knappe Angebot an Nadelholz. Gleichzeitig besteht weiterhin Nachfrage nach geeignetem Fichtensägerundholz.

Steigen die Fichtenpreise 2026 weiter?

Die vorliegenden Marktdaten bis Juni zeigen einen weiteren, allerdings verlangsamten Preisanstieg. Wie sich der Markt anschließend entwickelt, hängt von Angebot und Nachfrage ab.

Wie entwickeln sich die Preise für Kiefer?

Bei Kiefer deutet sich aktuell an, dass der bisherige Preisanstieg seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben könnte.

Sollte ich meine Fichten jetzt verkaufen?

Das hängt vom Bestand ab. Ein hoher Preis allein sollte keinen Einschlag auslösen. Steht jedoch ohnehin eine Durchforstung oder planmäßige Holzernte an, kann die aktuelle Marktlage interessant sein.

Wie finde ich heraus, was mein Holz aktuell wert ist?

Entscheidend sind unter anderem Baumart, Qualität, Dimension, Sortiment, Menge und aktuelle Nachfrage. Eine professionelle Bestandsaufnahme ermöglicht eine deutlich bessere Einschätzung als allgemeine Durchschnittspreise.

PERSÖNLICHE BERATUNG

Sie möchten mehr Ertrag aus Ihrem Wald erzielen?

Dann kontaktieren Sie uns noch heute.
Uli Daub und sein Team analysieren Ihren Wald gemeinsam mit Ihnen und zeigen auf,
welche Potentiale in Ihrer Fläche stecken.
Kostenlos und unverbindlich.

KONTAKT

Kontaktieren Sie uns.

Wir melden uns zeitnah bei Ihnen.

Haben Sie Fragen zu diesem Beitrag oder ein Anliegen rund um Ihren Wald? Schreiben Sie uns.

Gebrüder Daub
Waldauswertung
Stand: August 2026
Ertragsanalyse & Hochrechnung
Revier Daubach · Flächen-Nr. 2041-B · Aufnahme per Satellitenvermessung
Satellitenbild der Waldfläche
Fläche
0 ha
Zuwachs aktuell
0 Fm/ha
Zuwachs mit GDF-System
0 Fm/ha
Jahresertrag im Vergleich
Heute
0 € p.a.
Mit GDF-System
0 € p.a.
Hochrechnung Jahresertrag bis 2036
Heute
Mit GDF-System
500 T€
250 T€
355
461
2026
2028
2030
2032
2034
2036
Mehrertrag über 10 Jahre: + 0
Gebrüder Daub GmbH
Seite 1 von 4
Gebrüder Daub
Waldauswertung
Stand: August 2026
Ertragsanalyse & Hochrechnung
Revier Daubach · Flächen-Nr. 2041-B · Aufnahme per Satellitenvermessung
Satellitenbild der Waldfläche
Fläche
0 ha
Zuwachs aktuell
0 Fm/ha
Zuwachs mit GDF-System
0 Fm/ha

Ihr Ergebnis ist erst der Anfang. Machen wir es konkret.

Mit einigen Angaben zu Ihrem Bestand können unsere Forstexperten Ihr Potenzial konkret beziffern. Drei kurze Schritte, unter zwei Minuten. Ihre Auswertung erhalten Sie anschließend per E‑Mail.

Kostenlos und unverbindlich.