EUDR und Waldbesitzer: Kommt jetzt die Entlastung für kleine Forstbetriebe?

Die EU-Entwaldungsverordnung, kurz EUDR, beschäftigt die Forst- und Holzwirtschaft seit Monaten. Ihr grundsätzliches Ziel ist nachvollziehbar: Produkte wie Holz sollen nicht aus Flächen stammen, für die Wälder illegal oder im Zusammenhang mit Entwaldung beseitigt wurden.

Doch gerade für kleine und private Waldbesitzer stellt sich eine entscheidende Frage: Wie viel Bürokratie ist dafür wirklich notwendig?

Bei der Umsetzung wird deshalb über Vereinfachungen und Entlastungen diskutiert. Aus Sicht der Gebrüder Daub, Forstbetrieb in fünfter Generation mit eigenem Waldbesitz, ist das dringend notwendig.

Denn nachhaltige Forstwirtschaft darf nicht dadurch erschwert werden, dass kleine Waldbesitzer mit Dokumentationspflichten konfrontiert werden, die in keinem Verhältnis zu ihrer tatsächlichen Holzmenge stehen.

Was ist die EUDR überhaupt?

Die EU Deforestation Regulation (EUDR) soll verhindern, dass bestimmte Rohstoffe und daraus hergestellte Produkte auf den europäischen Markt gelangen, wenn ihre Produktion mit Entwaldung oder Waldschädigung verbunden ist.

Neben Rohstoffen wie Kaffee, Kakao, Soja, Palmöl oder Kautschuk fällt auch Holz unter die Verordnung.

Für die Forstwirtschaft bedeutet das grundsätzlich: Die Herkunft von Holz muss nachvollziehbar sein.

Damit sollen Lieferketten transparenter werden und Entwaldung weltweit bekämpft werden.

Warum betrifft die EUDR auch deutsche Waldbesitzer?

Genau hier beginnt für viele Waldbesitzer das Problem.

Deutschland verfügt über eine seit Jahrzehnten streng regulierte und grundsätzlich auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Forstwirtschaft.

Trotzdem können auch heimische Waldbesitzer und Unternehmen innerhalb der Holzlieferkette von den Anforderungen der EUDR betroffen sein.

Je nach Rolle innerhalb der Lieferkette können dabei unter anderem Informationen zur Herkunft des Holzes, zur Fläche und zur Weitergabe innerhalb der Lieferkette relevant werden.

Für einen großen Forstbetrieb mit eigener Verwaltung ist das eine Herausforderung.

Für jemanden, der wenige Hektar Familienwald besitzt und nur gelegentlich Holz verkauft, kann zusätzliche Bürokratie dagegen schnell unverhältnismäßig werden.

Kleine Waldbesitzer brauchen praktikable Regeln

Gerade das Siegerland und Südwestfalen sind durch eine kleinteilige Eigentümerstruktur geprägt.

Viele Waldflächen befinden sich seit Generationen in Familienbesitz.

Die Eigentümer sind dabei nicht zwangsläufig hauptberufliche Forstwirte. Manche besitzen wenige Hektar Wald, andere haben ihre Flächen geerbt und lassen notwendige Arbeiten durch professionelle Forstunternehmen durchführen.

Genau diese Struktur muss eine praktikable Umsetzung der EUDR berücksichtigen.

Denn das Ziel darf nicht sein, Menschen von einer aktiven Bewirtschaftung ihres Waldes abzuhalten.

Bürokratie darf nachhaltige Waldpflege nicht verhindern

Das ist aus unserer Sicht einer der wichtigsten Punkte der gesamten Diskussion.

Deutschland braucht aktiv bewirtschaftete Wälder.

Waldbesitzer müssen beispielsweise:

  • Bestände kontrollieren,
  • Durchforstungen durchführen,
  • Kalamitätsholz aufarbeiten,
  • Waldwege unterhalten,
  • Flächen wiederaufforsten,
  • junge Bestände pflegen,
  • Holz vermarkten.

Wenn die Vermarktung kleiner Holzmengen durch komplizierte zusätzliche Verfahren immer aufwendiger wird, kann das insbesondere bei kleinen Privatwaldbesitzern problematisch werden.

Die Folge darf nicht sein, dass notwendige Waldpflege aus wirtschaftlichen oder bürokratischen Gründen unterbleibt.

Transparente Holzherkunft ist grundsätzlich sinnvoll

Dabei sollte die Diskussion nicht falsch verstanden werden.

Eine nachvollziehbare Herkunft von Holz ist grundsätzlich sinnvoll.

Gerade die deutsche Forstwirtschaft hat ein großes Interesse daran, sich von Holz abzugrenzen, das aus illegaler Abholzung oder problematischen Lieferketten stammt.

Regional erzeugtes Holz bietet hier einen großen Vorteil:

Seine Herkunft ist nachvollziehbar.

Vom Wald über die Holzernte bis zum Sägewerk lassen sich regionale Lieferketten vergleichsweise transparent darstellen.

Genau diese Stärke sollte eine europäische Regulierung berücksichtigen.

Regionales Holz darf nicht gegenüber Importen aus problematischen Regionen benachteiligt werden

Die EUDR verfolgt insbesondere das Ziel, globale Entwaldung zu reduzieren.

Deshalb wäre es aus unserer Sicht kontraproduktiv, wenn ausgerechnet heimisches Holz durch unverhältnismäßige Bürokratie an Wettbewerbsfähigkeit verlieren würde.

Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern in Deutschland bietet:

  • kurze Transportwege,
  • nachvollziehbare Herkunft,
  • regionale Wertschöpfung,
  • einen nachwachsenden Rohstoff,
  • langfristige Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten.

Eine sinnvolle Umsetzung der EUDR muss deshalb Umweltschutz und Praxistauglichkeit miteinander verbinden.

Was bedeutet die EUDR für Waldbesitzer im Siegerland?

Für Waldbesitzer im Siegerland, in Südwestfalen sowie im angrenzenden Hessen und Rheinland-Pfalz wird entscheidend sein, wie die konkreten Anforderungen entlang der Holzlieferkette umgesetzt werden.

Gerade bei kleineren Privatwaldflächen sollte frühzeitig geklärt werden:

  • Wer übernimmt notwendige Dokumentationen?
  • Welche Informationen müssen bereitgestellt werden?
  • Welche Aufgaben übernimmt der Holzvermarkter?
  • Welche Daten sollten Waldbesitzer selbst vorhalten?
  • Wie lässt sich der Holzverkauf möglichst unkompliziert organisieren?

Professionelle Forstdienstleister und Holzvermarkter können hier künftig eine noch wichtigere Rolle spielen.

Fünf Generationen Forstwirtschaft: Wir kennen beide Seiten

Die Gebrüder Daub bewirtschaften seit über 100 Jahren eigene Waldflächen und arbeiten heute in der fünften Generation in der Forstwirtschaft.

Dadurch kennen wir die Perspektive eines Waldbesitzers genauso wie die Anforderungen professioneller Holzernte und -vermarktung.

Unsere Erfahrung zeigt:

Waldbesitzer wollen ihren Wald ordentlich bewirtschaften. Die Rahmenbedingungen müssen ihnen ermöglichen, genau das zu tun.

Nachhaltigkeit und Bürokratie dürfen deshalb nicht miteinander verwechselt werden.

Eine gute Regelung muss sicherstellen, dass Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern nachvollziehbar bleibt – ohne kleine Eigentümer mit unverhältnismäßigem Aufwand zu belasten.

Professionelle Holzvermarktung wird wichtiger

Die zunehmenden regulatorischen Anforderungen zeigen gleichzeitig, warum professionelle Strukturen für Waldbesitzer wichtiger werden.

Denn Holzverkauf besteht längst nicht mehr ausschließlich daraus, einen Baum einzuschlagen und einen Käufer zu finden.

Heute spielen unter anderem eine Rolle:

  • Sortierung,
  • Vermessung,
  • Marktpreise,
  • Logistik,
  • Dokumentation,
  • Herkunftsnachweise,
  • gesetzliche Vorgaben.

Gerade für kleinere Waldbesitzer kann es deshalb sinnvoll sein, Holzernte und Vermarktung professionell begleiten zu lassen.

Fazit: EUDR muss Waldschutz und Praxis zusammenbringen

Das Ziel der EUDR ist richtig: Entwaldung und problematische Lieferketten müssen bekämpft werden.

Die Umsetzung muss jedoch unterscheiden können zwischen globalen Entwaldungsrisiken und Holz aus seit Generationen nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern.

Gerade kleine Waldbesitzer brauchen einfache und praktikable Verfahren.

Denn am Ende sollte eine europäische Waldschutzregelung eines nicht bewirken:

dass die nachhaltige Bewirtschaftung unserer heimischen Wälder komplizierter wird.

Die Gebrüder Daub unterstützen Waldbesitzer im Siegerland, in Südwestfalen sowie in den angrenzenden Regionen von Hessen und Rheinland-Pfalz bei Waldpflege, Holzernte und professioneller Holzvermarktung.

FAQ: EUDR für Waldbesitzer

Was bedeutet EUDR?

EUDR steht für EU Deforestation Regulation beziehungsweise EU-Entwaldungsverordnung. Sie soll verhindern, dass bestimmte Produkte mit Entwaldung oder Waldschädigung in Verbindung stehen.

Betrifft die EUDR auch Holz?

Ja. Holz und verschiedene daraus hergestellte Produkte fallen grundsätzlich in den Anwendungsbereich der Verordnung.

Sind auch private Waldbesitzer betroffen?

Je nach konkreter Rolle bei Bereitstellung und Vermarktung des Holzes können Anforderungen der EUDR relevant werden. Gerade für kleine Eigentümer sind deshalb praktikable Verfahren besonders wichtig

Können die Gebrüder Daub bei der Holzvermarktung unterstützen?

Ja. Die Gebrüder Daub begleiten Waldbesitzer bei Bestandsbeurteilung, Holzernte und professioneller Vermarktung und unterstützen bei einer strukturierten Abwicklung.

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