Waldumbau ist eine Investition in Jahrzehnte – bezahlen muss der Waldbesitzer viele Maßnahmen aber heute.
Pflanzung, Pflege, Schutz der jungen Bäume und die Entwicklung stabiler Mischbestände kosten Geld. Gerade nach den großen Schäden durch Trockenheit und Borkenkäfer ist das im Siegerland und in Südwestfalen auf vielen Flächen zu spüren.
Nun gibt es eine gute Nachricht für private Waldbesitzer: Der Bund stockt das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“ deutlich auf. Ab 2027 stehen dafür jährlich 200 Millionen Euro zur Verfügung. Das sind mehr als 50 Millionen Euro zusätzlich.
Und noch wichtiger: Ab dem 1. Oktober 2026 können private und kommunale Waldbesitzer wieder Erstanträge stellen.
Warum wird die Förderung erhöht?
Das Programm gibt es bereits seit 2022. Es soll Waldbesitzer dabei unterstützen, ihre Wälder langfristig klimaresilienter zu entwickeln und gleichzeitig zusätzliche Leistungen für Klimaschutz und Biodiversität zu erbringen.
Die Nachfrage ist groß.
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums werden über das Programm inzwischen knapp 1,7 Millionen Hektar Privat- und Kommunalwald erreicht. Rund 40 Prozent dieser Fläche liegen im Privatwald, rund 60 Prozent im Körperschaftswald. Künftig sollen mindestens zwei Millionen Hektar gefördert werden.
Dass die Mittel aufgestockt werden, ist deshalb durchaus relevant. Es bedeutet, dass wieder neue Waldbesitzer in die Förderung aufgenommen werden können.
Was wird eigentlich gefördert?
Der Name „Klimaangepasstes Waldmanagement“ kann zunächst den Eindruck erwecken, dass der Staat einfach die Aufforstung einer Fläche bezahlt.
So funktioniert das Programm nicht.
Gefördert werden vielmehr zusätzliche Leistungen, die Waldbesitzer bei einer klimaangepassten Bewirtschaftung erbringen. Wer die Förderung erhält, verpflichtet sich, bestimmte Kriterien über einen längeren Zeitraum einzuhalten.
Dazu gehören unter anderem die Entwicklung vielfältiger und standortgerechter Wälder, Naturverjüngung, der Erhalt von Habitatbäumen und Totholz, Bodenschutz und Maßnahmen für einen besseren Wasserrückhalt im Wald. Die Verpflichtungszeiträume liegen je nach Anforderungen bei zehn beziehungsweise 20 Jahren.
Das sollte jedem Waldbesitzer vor einem Antrag bewusst sein:
Die Förderung ist kein einmaliger Zuschuss ohne Gegenleistung.
Wer teilnimmt, entscheidet sich für eine bestimmte Form der langfristigen Waldbewirtschaftung.
Gerade im Siegerland bleibt Waldumbau eine Generationenaufgabe
Für unsere Region kommt die Aufstockung zu einem wichtigen Zeitpunkt.
Die großen Kalamitätsflächen nach den Borkenkäferjahren sind zwar vielerorts wieder grün. Damit ist der Wiederaufbau unserer Wälder aber noch lange nicht abgeschlossen.
Aus einer bepflanzten Fläche muss erst ein stabiler Bestand entstehen.
In den nächsten Jahren geht es deshalb zunehmend um die Frage, welche Baumarten tatsächlich durchkommen, wie sich Naturverjüngung entwickelt und wo Pflege notwendig wird.
Genau diese Phase ist für die nächste Waldgeneration entscheidend.
Bei den Gebrüdern Daub sehen wir deshalb Waldumbau nicht als einzelne Pflanzaktion. Ein neuer Bestand muss über Jahre begleitet werden.
Förderung ersetzt keine forstliche Planung
So sinnvoll zusätzliche finanzielle Unterstützung ist: Die Entscheidung über einen Bestand sollte nicht danach getroffen werden, welche Maßnahme gerade gefördert wird.
Zuerst kommt der Wald.
Welche Baumarten passen zum Standort? Wie sieht die Wasserversorgung aus? Welche Naturverjüngung ist bereits vorhanden? Welche Mischung ist langfristig sinnvoll? Und welche wirtschaftlichen Ziele verfolgt der Eigentümer?
Erst anschließend sollte geprüft werden, welche Fördermöglichkeiten dazu passen.
Denn eine Förderung läuft irgendwann aus. Der Wald, der daraus entsteht, soll dagegen im besten Fall noch in vielen Jahrzehnten funktionieren.

Naturverjüngung spielt eine wichtige Rolle
Das Förderprogramm setzt unter anderem auf eine stärkere natürliche Entwicklung der Wälder.
Für viele Flächen kann das sinnvoll sein.
Wo bereits geeignete Naturverjüngung vorhanden ist, muss nicht zwangsläufig jeder Quadratmeter neu bepflanzt werden. Junge Bäume, die sich selbst angesamt haben, sind von Beginn an am Standort verwurzelt.
Allerdings bedeutet Naturverjüngung nicht, dass der Waldbesitzer anschließend nichts mehr tun muss.
Auch hier muss beobachtet werden, welche Baumarten sich durchsetzen, welche fehlen und ob sich der Bestand langfristig in die gewünschte Richtung entwickelt.
Manchmal reicht die vorhandene Verjüngung. Manchmal ist eine gezielte Ergänzung sinnvoll.
Mehr Geld gibt es auch außerhalb dieses Programms
Das Klimaangepasste Waldmanagement ist nicht die einzige Unterstützung für den Waldumbau.
Für Waldumbau, Wiederaufforstung und Jungbestandspflege stehen 2026 über die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) bis zu 100 Millionen Euro Bundesmittel zur Verfügung. Das Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement ergänzt diese Unterstützung.
Für Waldbesitzer ist die Unterscheidung wichtig, weil nicht jede Förderung denselben Zweck verfolgt.
Je nachdem, ob eine Fläche wiederbewaldet, ein bestehender Bestand umgebaut oder eine langfristige klimaangepasste Bewirtschaftung honoriert werden soll, können unterschiedliche Programme infrage kommen.
Förderung ist gut – Planungssicherheit wäre noch besser
Dass der Bund zusätzliche Mittel für den Wald bereitstellt, ist grundsätzlich zu begrüßen.
Denn die Anpassung unserer Wälder an veränderte klimatische Bedingungen kostet Geld und wird uns noch viele Jahre beschäftigen.
Für private Waldbesitzer ist allerdings mindestens genauso wichtig, dass Förderbedingungen langfristig nachvollziehbar und verlässlich bleiben.
Forstwirtschaft funktioniert nicht in Legislaturperioden.
Wer heute einen jungen Bestand begründet, denkt in Zeiträumen von 50, 80 oder teilweise mehr als 100 Jahren.
Entsprechend schwierig wird es, wenn sich Förderbedingungen, Anforderungen oder politische Zielsetzungen innerhalb weniger Jahre grundlegend verändern.
Fünf Generationen Forstwirtschaft: Förderung muss zum Wald passen
Die Gebrüder Daub bewirtschaften seit über 100 Jahren eigenen Wald und arbeiten heute in der fünften Generation in der Forstwirtschaft.
Wir kennen deshalb beide Seiten: die Chancen finanzieller Unterstützung und die langfristige Verantwortung, die mit Waldbesitz verbunden ist.
Eine Förderung kann Investitionen erleichtern und bestimmte Maßnahmen überhaupt erst wirtschaftlich ermöglichen.
Sie sollte aber niemals der alleinige Grund für eine forstliche Entscheidung sein.
Am Ende muss der Bestand zum Standort passen, langfristig stabil sein und auch nach Ende des Förderzeitraums sinnvoll bewirtschaftet werden können.
Ab 1. Oktober können neue Anträge gestellt werden
Für Waldbesitzer, die bislang noch nicht am Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement teilnehmen, wird deshalb der 1. Oktober 2026 interessant.
Ab diesem Tag sollen wieder Erstanträge über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) möglich sein. Die Förderung der neuen Anträge beginnt anschließend zum 1. Januar 2027.
Informationen des Bundesumweltministeriums zur neuen Förderrunde
Wer teilnehmen möchte, sollte sich vorher genau mit den Voraussetzungen und langfristigen Verpflichtungen beschäftigen.
Gerade bei größeren Waldflächen lohnt sich eine Betrachtung des gesamten Bestandes, bevor einzelne Maßnahmen geplant werden.
Fazit: 50 Millionen Euro mehr sind ein gutes Signal
Die Aufstockung auf jährlich 200 Millionen Euro ist zunächst eine gute Nachricht für private und kommunale Waldbesitzer.
Vor allem die Wiederöffnung für Erstanträge schafft die Möglichkeit, weitere Waldflächen in die Förderung aufzunehmen.
Geld allein baut allerdings noch keinen klimastabilen Wald.
Entscheidend bleibt, was auf der einzelnen Fläche passiert: welche Baumarten dort wachsen, wie sie gepflegt werden und ob aus jungen Beständen tatsächlich stabile Wälder entstehen.
Förderung kann dabei helfen. Gute Forstwirtschaft ersetzen kann sie nicht.
Für Waldbesitzer im Siegerland, in Südwestfalen sowie im angrenzenden Hessen und Rheinland-Pfalz lohnt es sich deshalb jetzt, die eigenen Flächen und mögliche Fördermaßnahmen gemeinsam zu betrachten.
Die Gebrüder Daub unterstützen dabei von der Bestandsbeurteilung über Waldumbau und Aufforstung bis zur langfristigen Pflege und Bewirtschaftung.
FAQ zur Förderung für Waldbesitzer
Das Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement wird ab Januar 2027 auf 200 Millionen Euro jährlich aufgestockt. Das sind mehr als 50 Millionen Euro zusätzlich.
Erstanträge sind nach Angaben des Bundesumweltministeriums wieder ab dem 1. Oktober 2026 möglich. Die Förderung beginnt für diese Anträge ab dem 1. Januar 2027.
Das Programm richtet sich an private und kommunale Waldbesitzende.
Ja. Die Förderung ist an Kriterien einer klimaangepassten Waldbewirtschaftung und langfristige Verpflichtungen gebunden. Je nach Anforderung gelten Bindungszeiträume von zehn beziehungsweise 20 Jahren.
Die Erstanträge werden über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) gestellt.
Ja. Wir begleiten private Waldbesitzer bei der Beurteilung ihrer Bestände, Wiederaufforstung, Waldumbau, Jungbestandspflege, Holzernte und langfristigen Waldbewirtschaftung.